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Im Kartsport gab es für das Jahr 2007 grundlegende Änderungen im Reglement:


Die CIK, die Fachkommission der FIA, beschloß für 2007 eine grundlegende Neuerung für den Kartsport: Nämlich die neuen KF Motore: Diese sollen wesentlich länger haltbar sein als alle bisherigen Motore, auch ist es möglich, sie von einer Klasse auf die nächste umzubauen bzw umzurüsten, sodaß die Piloten sich bei einem Aufstieg auf die nächst höhere Klasse keinen komplett neuen kaufen müssen. Damit sollten auch die Kosten des Kartsports erheblich reduziert werden und damit auch die gesamte Sportart populärer werden und mehr Interessierte sollten zum Mitfahren gebracht werden.

Die bestehenden Klassen werden folgendermaßen umbenannt:

KF1 wir die Spitzenklasse sein, KF2 wird die ICA Klasse ersetzen, KF3 die ICA Juniorklasse und KF4 wird die Anfängerklasse sein. Die Klassen Super-ICC und ICC, also die Klassen mit Getriebe, werden in KZ1 und KZ2 umbenannt. Das Z steht für Schalten. Die Namen Superkart, ICC-Sudam und World Formula werden beibehalten.

Um die Kosten gering zu halten, sind nur 1 Chassis, 2 Motoren und 12 Reifen pro Rennen erlaubt. Auch wird die Homologation auf 9 Jahre verlängert, um eine lange Nutzungsdauer zu erreichen. Das Anschieben beim Start ist nicht mehr erforderlich, da ein elektrischer Starter verwendet werden wird. Geplantes Ziel ist es auch, daß es zu weniger Lärm und Betriebsgeräuschen kommt und auch weniger Wartung erforderlich sein wird.
Auch sollen die Motoren für Langstreckenrennen geeignet sein. Die neuen KF Motore werden übrigens auch mit einem Zündschlüssel gestartet, unserer Meinung nach ist dies eher dekadent und nicht besonders gut zum Kartsport passend.

Ende 2006 und Anfang 2007 herrschte allerdings in der Kartszene allgemeines Chaos durch die Umstellung. Sowohl erfahrene Teamchefs, als auch Mechaniker hatten keine Ahnung, was auf sie zukommen wird. Es waren keine Prototypen oder Vorabversionen zum Testen verfügbar. Selbst renommierte Hersteller hatten große Probleme mit der Herstellung und der Auslieferung von einer vernünftigen Stückzahl der Motore.

Rechnitz - Ende Juli 2006

In Rechnitz erfolgte der erste Einsatz von Christians gebautem Küchenkastl mit Mikrowellenherd und Kühlschrank. Weiters probierte Christian eine recht komplizierte Zeltkonstruktion aus, wobei er übrig gebliebene Teile von älteren Zelten verwendete. Er baute neben dem Hauptzelt links und rechts kleinere Nebenzelte auf. Es war nicht möglich, dies alles mit einem PKW zu transportieren, deshalb benötigten wir einen Kastenwagen. Ich hatte nicht wirklich eine Ahnung, was Christian bei der Autovermietung reserviert und bestellt hatte, er wollte einen Kastenwagen haben, die Dame von der Autovermietung gab mir eine Ladebordwand, bei der die hintere Türe als Hebebühne verwendet werden kann.

Mit dabei war auch der fünfzehnjährige Manuel, auf den Christian durch ein Inserat bei der Lehrlingsbörse im Internet aufmerksam wurde, in dem Manuel eine Lehrstelle als Koch suchte. Christian vereinbarte mit ihm eine Beteiligung am Gewinn in der Höhe von soweit ich mich erinnere einem Drittel oder der Hälfte. Dies war ein eher dubioses Angebot, da Christian Manuel suggerierte sicher Geld zu verdienen, wenn Manuel über das Wochenende bei uns arbeitete. Tatsächlich war es aber eher schwierig vorherzusehen, wieviel Gewinn mit dem Essen in Rechnitz zu erzielen wäre. Erfahrungswerte fehlten, da wir so etwas ähnliches je bislang noch nicht gemacht hatten. Eine Beteiligung am Gewinn war daher ein eher zweifelhaftes Angebot, da ja nicht einmal vorhersehbar war, ob wir überhaupt einen solchen erzielen würden.

Manuel sollte sich um die Zubereitung der Speisen im Mikrowellenherd kümmern, wenn geladene Gäste kommen. Manuel hatte allerdings leider nur wenig Erfahrung, war gelegentlich nicht anwesend, wenn Gäste kamen und, noch schlimmer aß er die halbe Verpflegung selbst auf. Als Manuel abends wieder einmal eine Getränkeflasche öffnete, reagierte Christian mit einem kleineren cholerischem Anfall und forderte Manuel auf, ihm demnächst eine neue Flasche zu kaufen. Manuel schien der Aufenthalt in Rechnitz nicht besonders viel Spaß zu machen, er telefonierte viel mit seinem Handy und wollte am Liebsten vorzeitig von seinen Eltern abgeholt werden. Naja, vielleicht hätte wir ihm sagen sollen, daß er weniger essen und dafür den Küchenbereich besser aufräumen soll. Dies in normalen Sätzen und nicht in der Form von cholerischen Anfällen.

Weiters hätte Manuel auch immer oder zumindest fast immer beim Zelt anwesend sein sollen, um jederzeit Gäste bewirten können. Dieser Aufgabe kam er allerdings nur unzureichend nach. Mitarbeiter der Autovermietung, die uns besuchen wollten, fanden nur das leere Zelt vor, niemand war anwesend, der sie bewirtete. So zogen die Mitarbeiter eher enttäuscht wieder ab.

Plötzlich kam Oliver aus Deutschland mit seinem Vater zu uns, drückten und ihre Visitenkarte in die Hand und sagten uns, daß sie nächstes Jahr bei uns im Rennteam mitfahren wollen. Ich war dadurch etwas überrascht, da ich gar nicht damit gerechnet hatte, das gleich Fahrer kommen und uns so unmittelbar mitteilen, daß sie bei uns im Team mitfahren wollen. Nicht das Oliver und sein Vater lange mit uns redeten, oder mit uns besprachen, bei welchen Rennserien in welchen Ländern sie überhaupt fahren wollen, oder sonstige Details klärten.

Christian sagte voraus, daß es beim Rennen in der ersten Kurve eine Kollision geben werde. Eigentlich glaubte ich ihm dies auf Anhieb gar nicht. Umso überraschter war ich, als es tatsächlich im Rennen, wie von Christian vorhergesehen, eine Massenkarambolage gab, die ich gleich mit meinem Fotoapparat festhielt. Das Foto vom Crash erschien dann auch gleich in der Rallyzeitschrift.

Laura, die Fahrerin eines Teams aus Salzburg, wurde bei der Kollision verletzt und gleich mit einem Rettungshubschrauber in das Spital geflogen. Zum Glück wurde sie nicht ernsthaft verletzt und war am Abend wieder auf der Rennstrecke mit verbundener Hand anwesend.

Der ORF war auch anwesend und übertrug das Rennen im Fernsehen. Dafür wurde ein eigener Kran aufgebaut, auf dem die Fernsehkamera montiert war.

Eigentlich wollten wir die Ladebordwand, bei der man die Rückwand elektrisch hinunterklappen kann, von der Autovermietung gar nicht haben, sondern einen Kastenwagen. Christian reservierte aber ohne mir genau mitzuteilen welches Fahrzeug er haben wollte und ich holte das Fahrzeug ab, so bekamen wir sie. Vor allem der Treibstoffverbrauch war höher als geplant.


Kosten:

Miete Ladebordwand: -500
Treibstoff: -64€
eingekaufte Nahrungsmittel: -27€

Zwischensumme: -591€


Barbara


Florian


Mario von der Seite


Mario in der Kurve


Oliver führend


Oliver unterwegs zum Sieg


Sandra



Christians verwegene Zeltkonstruktion



Kurz vor dem Crash


Erste Karts segeln durch die Luft


Chaos pur


Der Crash nimmt seinen Verlauf


Alles halbwegs glimpflich ausgegangen


Zwischenzeitlich:

In der Zwischenzeit startete die CIK - FIA eine Kampagne gegen das Doping. Darüber berichteten wir auch auf der Homepage des Teams.
Es wurde befürchtet, daß auch im Motorsport und speziell im Kartsport gedopt wird, obwohl hier bislang noch nicht besonders viele Fälle bekannt geworden sind. Auch soll das Bewußtsein gegen Doping gestärkt werden. CIK-FIA Präsident Stefano Macaluso sagte: die Kampagne versucht, Fahrer davor zu bewahren, verbotene Substanzen einzunehmen, und aufzuzeigen, daß jeder, der illegale Substanzen einnimmt, ernste Konsequenzen zu befürchten hat. Macaluso sagte weiters: Fahrer, wie alle professionellen Athleten, müssen besonders vorsichtig sein. Fahrer müssen sich bewußt sein, daß Sie für verbotene Substanzen in ihrer Probe verantwortlich gemacht werden können, unabhängig davon, ob sie diese mit entsprechender Absicht genommen haben. Die Kampagne wird auch von Michael Schuhmacher unterstützt.

Im Laufe der Zeit fiel mir Christians Sprache und Jargon auf: eine beleibte Mitarbeiterin des Meinungsforschungsinstituts bezeichnete er als die Blade, jemanden, der viele Ankündigungen von sich gab und diese dann nicht einhielt, als den Schwindlichen. Das Magazin, das meine Fotos und seine Berichte druckte, nannte er die Zeitung. Zu seinen Lieblingssprüchen gehören auch: Das ist sicher oder das ist ein Plus, zb als wir die nicht gewünschte Ladebordwand hatten, meinte er, daß der große Laderaum ein Plus ist. Wenn er meint, das es Zeit zum Nachhause fahren ist sagt er: Machen wir eine Reise.


Bruck - Ende Juli 2006

Hier knipste ich wieder fleißig herum, wir stellten viele Fotos auf die Homepage des Teams.



Kosten:

Auto: -29€
Treibstoff: -7€

Zwischensumme: -36€
vorherige Gesamtsumme: -591€
neue Gesamtsumme: -627€











Ampfing - Ende August 2006

Dort kam es zu einem Duell zwischen Nicola Nolè und Anthony Abbasse. Unmittelbar während das Starts des Rennens begann es stark zu regnen. Alle Piloten hatten aber Slicks auf den Felgen und somit begann eine große Rutschpartie. Viele Karts rutschten und schleuderten auf der Rennstrecke herum, die meisten Fahren waren mit dieser Situation überfordert. Die einzigen, die mit Slicks auf regennasser Fahrbahn halbwegs umgehen konnten, waren Nicola Nolè und Anthony Abbasse, die anderen Piloten kamen erst mit großem Abstand zu den beiden ins Ziel.

Abasse kam als erster durch das Ziel und stand bei der Siegerehrung am ersten Platz auf dem Stockerl. Später bekam er aufgrund eines kurzen Abstechers ins Grüne einige Strafminuten und wurde letztlich nur zweiter.

Bei der Rückgabe des Autos bei der Autovermietung wollte mir der Angestellte zusätzlich zu den 29€ Mietpreis noch eine obskure Versicherung um 15€ verrechnen wobei der Mietpreis dann auf insgesamt 44€ gestiegen wäre. Als ich darauf bestand, diese komische Versicherung nicht zu nehmen, meinte der Angestellte, daß 44€ ohnehin der normale Preis ist und das ich das wissen müßte. Allerdings wußte ich, daß der richtige Preis die 29€ sind. Christian beschwerte sich darauf beim Filialleiter. Dieser rotierte daraufhin, der Mitarbeiter bekam einen kräftigen Anschiß.


Kosten:

Auto: -44€
Treibstoff: -51€

Zwischensumme:-95€
vorherige Gesamtsumme:-627€
neue Gesamtsumme: -722€


Vor dem Heat


Die Piloten


Piloten und Models


Los geht's


Nicola Nolè


Anthony Abbasse


Ampfing - Anfang September 2006

Zu diesem Wochenende setzten wir ein Training mit Stefan aus Deutschland an, den Christian über das deutsche Kartfahrer-Forum kennengelernt hatte. Wir wollten mit Stefan Fahrstil, Fahren auf der Ideallinie, Schalten zum richtigen Zeitpunkt, denn Stefan fuhr mit einem Schalterkart, und anderes üben. Dies auch mittels Videoanalyse, wie von Christian im Forum angepriesen. Stefan zahlte uns für das Trainingswochenende 700€, die er auf mein Konto überwies. Am Abend des Vortages schaute ich per Telebanking noch kurz auf mein Konto, ob die 700€ auch tatsächlich überwiesen worden sind. Sie waren tatsächlich auf den Kontoauszügen zu lesen. Dies war auch wichtig, manche Kollegen hatten bereits schlechte Erfahrungen mit Trainingstagen gemacht, sie fuhren zum vereinbarten Zeitpunkt zum vereinbarten Ort auf der Rennstrecke und warteten und warteten und warteten. Dann standen sie dumm da, die Leute, die angegeben hatten, das Training machen zu wollen, erschienen nicht, und nach einer langen Wartezeit konnten die Teams unverrichteter Dinge und verärgert wieder nach Hause fahren und hatten viel Geld und Arbeitszeit verpulvert. So etwas wollten wir natürlich vermeiden.

Stefan erschien mit einem aus verschiedenen Einzelteilen wild zusammengebastelten Kart. Die Lenksäule war etwas zu kurz, das untere Ende derselben ragte nicht aus der entsprechenden Halterung hervor. Der Motor hatte die Nummer eines vermutlich ausgemusterten Prototypen, die vorderen Lenkstangen waren die eines Mietkarts, die für Karthallen gedacht sind. Die Frist der Homologation des Chassis war bereits abgelaufen. Für all dies zahlte er einen komplett überhöhten Preis. An eine Teilnahme an Rennen war überhaupt nicht zu denken. Stefan sagte uns, daß er nur gelegentlich zur Entspannung vom Alltag und um Abzuschalten Kart fährt und an Rennen gar nicht teilnehmen will. Wie auch immer, der Verkäufer des Karts betrieb im großen und ganzen einen Betrug an Stefan, der Preis, den er zahlte war komplett überhöht, das Kart war nur in etwa ein Viertel von dem Kaufpreis wert, den Stefan gezahlt hatte.

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