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Christian teilte Stefan mit, was alles an seinem Kart schlecht ist und ausgetauscht werden müßte. So ging Stefan regelmäßig zum Kartshop bei der Rennstrecke, um die schlechten Teile auszutauschen. Der Kartshopbetreiber konnte sich an ihm freuen. Während Stefan fuhr, filmte ich ihn mit Christians Videokamera. Diese war bereits viele Jahre alt, ein Akku bereits komplett kaputt, der zweite reichte für zirka vier bis fünf Minuten. Eigentlich hätte man die Kamera über ein Stromkabel betreiben müssen oder aber einen neuen Akku kaufen. Letzteres konnte sich Christian ohnehin nicht leisten. Stefan bemängelte die veraltete Videokamera, nicht ganz zu Unrecht, und meinte, daß bei Christians Beitrag im deutschen Kartfahrerforum mit der Ankündigung der Videoanalyse eher mehr versprochen als gehalten wurde.

Am zweiten Tag wies Christian Stefan noch einmal darauf hin, daß die vorderen Lenkstangen des Karts für ein Miet- und nicht für ein Rennkart gedacht und somit ausgetauscht gehören. Stefan ging wieder einmal zum Kartshop, um die passenden Lenkstangen zu kaufen. Der Kartshop hatte gerade Mittagspause und der Verkäufer wollte ihm deshalb nichts verkaufen, sondern erst eine dreiviertel Stunde später, wenn die Mittagspause wieder vorüber ist. Und das, obwohl der Verkäufer ohnehin nur gelangweilt im Shop stand und nichts zu tun hatte, er war nicht einmal beim Mittagessen. Stefan war daraufhin komplett verärgert und brach das Training vorzeitig ab und fuhr wieder nach Hause. Für uns hatte dies den positiven Effekt, daß wir früher als geplant und mit weniger Arbeit als gedacht wieder zurück nach Wien fahren konnten.

Samstags kam Florian mit Vater Walter, mit dem in Ampfing die Rundenzeiten der Bambinis verbessert wurden. Wir planten und besprachen auch Florians künftige Einsätze bei Rennen, auch in Italien im nächsten Jahr. Am Sonntag beschäftigte sich Christian mit dem besten deutschen ICC Piloten, Maximilian. Ich schickte ihm nach dem Wochenende eine Foto CD mit meinen Fotos.

Am Rückweg folgte wieder ein kleinerer cholerischer Anfall von ihm. Beim Tanken auf der Tankstelle war meine Kreditkarte in der Tasche im Laderaum, sodaß wir kurz die Schiebetür aufmachen mußten, um sie zu holen. Alles in allem wohl eher eine Lappalie. Christian schleuderte darauf hin gleich wutentbrannt die Schiebetür zu und meinte, daß ich Ihn schlecht behandle. Zumindest im nach Nachhinein betrachtet war es ein Fehler, seine Anfälle kurzerhand nur zu ignorieren.


Kosten:

Auto: -242€
Treibstoff: -91€
Stefan zahlte: +700


Zwischensumme: -367€
vorherige Gesamtsumme: -722€
neue Gesamtsumme: -355€


Stefan zahlte uns für das Trainingswochenende 700€. Sinnvoll wäre es gewesen, den PKW statt dem Kastenwagen zu verwenden und das Küchenkastl zu hause zu lassen, dann wäre der Gewinn um 200€ höher gewesen.


Stefan


Stefan nimmt die Kurve






Die Rennstrecke in der Nacht


Maximilian


Jesolo - Anfang September 2006

Wir machten zwei Trainingstage vor dem Rennen der Italienischen Rotax Challenge auf der Pista Azzurra in Jesolo. Beim Rennen belegte Anton aus unserem Team im ersten Finale Platz 5 und im zweiten Finale Platz 4 bei den Junioren. Dies obwohl Antons Kart nicht optimal funktionierte, so war am Geräusch des Motors zu erkennen, daß dieser nicht optimal und einwandfrei läuft. Christian sprach auch mit Gherardos Bruder. Dieser teilte ihm mit, daß Gherardo, ein Senior Fahrer, den Christian bereits lange Zeit kennt, ein starkes Interesse daran hat, beim Team mitzufahren.
Neben Piloten aus Italien waren auch Piloten aus Deutschland und sogar aus Australien angereist. Das Ambiente war ausgezeichnet gut, die technischen Kontrollen waren sehr gut und es wurde ausgesprochen fair gefahren. Auch das Wetter war in Italien gleich wesentlich besser und freundlicher als in Österreich.

Christian meinte bei der Rückfahrt, ich hätte ihn davon abgehalten mit dem Kartsport aufzuhören.

Kosten:

Kastenwagen: -143€
Treibstoff: -163€


Zwischensumme: -306€
vorherige Gesamtsumme: -355€

neue Gesamtsumme: -661€


Anton


Die Italiener bestanden auf einem blauen Schild


Anton nimmt die Kurve


Die Einfahrt zur Pista Azzurra


Anton duelliert sich


Anton unterwegs zum Stockerl


Greinbach - Mitte September 2006

Mitte September fuhren wir nach Greinbach
Es kamen unter anderem auch Barbara mit ihrer Familie aus Ungarn. Ihr Kart war noch in etwa eingestellt, wie es gekauft worden ist, ohne daß bessere Einstellungen am Chassis vorgenommen worden wären. Mit dem Mädchen und dem ungarischen Mechaniker wurde sehr gut zusammengearbeitet, Christian stellte ihr Chassis perfekt ein und sie fuhr gute Rundenzeiten. Ausgezeichnet waren auch die Fähigkeiten des Mechanikers aus Ungarn, mit dem wir trotz Sprachschwierigkeiten sehr gut arbeiten konnten.
Juniorpilot Mario kam am Freitag mit einer leichten Grippe angereist. Die Einstellung seines Chassis wurde durchgeführt, aber das letzte kleine „Etwas“ bei der Einstellung wollte irgendwie nicht so recht klappen. Samstags wurde das Wetter weiters schlechter, genauso wie seine Verkühlung.
Freitag abends kam auch unser Bambini Florian, er war wie immer sehr optimistisch und freute sich schon auf das Rennen am Samstag. Sein Chassis von CRG konnte Walter, sein Vater, der als Mechaniker im Einsatz war, unter Christians Anleitung bereits Freitag abends perfekt einstellen. An diesem Abend brannten auch noch die Neonröhren im Zelt, was leider einige blutrünstige Insekten anlockte. Vor dem Einschlafen hörte ich noch ein leises Summen von Gelsen. Als ich mich am nächsten Morgen in den Spiegel schaute, war mein Gesicht von Stichen nur so überseht, ich sah aus, als ob ich eine Hautkrankheit hätte. Es vergingen mehrere Tage, bis die Haut im Gesicht wieder halbwegs normal aussah.
Am Samstag war der Regen teilweise sehr heftig, Mario konnte phasenweise mithalten, aber im ersten und im zweiten Rennen nur einen Platz im Mittelfeld herausfahren. Im dritten Rennen hatte Mario einen Motorschaden.
Fast perfekt ging das erste Rennen von Florian, in der Bambiniklasse über die Bühne. Ein Blitzstart, der von Christian geplant worden war, führte Florian auf den ersten Platz. Leider kam es dann zu einer Kollision mit einem anderen Piloten, Florian zeigte sehr viel Routine und konnte im ersten Rennen, trotz des Unfalls, einen vierten Platz erreichen. Noch sensationeller ging der zweite Start vor sich und Florian baute seine Führung immer mehr aus, der Sieg war ihm nicht mehr zu nehmen. Florian, war in Höchstform und fast nicht zu schlagen.
Die Rennleitung war wie immer auf dieser Strecke sehr gut, die Streckenposten eher weniger. Ausgezeichnet auch die technischen und sportlichen Kommissäre.


Kosten:

Kastenwagen: -143€
Treibstoff: -34€

Zwischensumme: -177€
vorherige Gesamtsumme: -661€
neue Gesamtsumme: -838€


Unterwegs auf nasser Fahrbahn


Florian


Als ich mit ihm abrechnen wollte, teilte er mir mit, das er im Augenblick weitgehend pleite sei und kein Geld hätte. So könne er seine Anteil an den Kosten nicht zahlen.
Christians Privatvermögen bestand zu diesem Zeitpunkt aus gerade einmal 450€ auf einem Sparbuch, trotzdem kaufte er sich ein neues Zelt. Ich hätte in seiner Situation eher das alte Zelt weiterverwendet und mir stattdessen eher überlegt, wie ich mehr Geld verdiene, anstatt ein neues Zelt zu kaufen. Als ich ihn darauf ansprach, meint er nur: Hast du gesehen, was die anderen für ein Zelt haben? Mir persönlich war es eigentlich egal, was für ein Zelt die anderen haben.

Ein Konto lehnt Christian ab, er arbeitete einmal als Leiter eines Callcenters, bei dem Lotteriespiele per Telefon verkauft wurden. Die Leute, die bestellten, konnten ihre Bestellung innerhalb einer bestimmten Frist wieder rückgängig machen. Dies stand vermutlich in den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Callcenters geschrieben. Christian folgerte daraus, das Buchungen auf einem Konto prinzipiell in einer bestimmten Frist wieder rückgängig gemacht werden können. Deshalb hatte Christian kein Konto. Dabei vergaß er wohl, das die Stornierung von Buchungen nur möglich ist, wenn im Vertrag einen Klausel mit einem Rücktrittsrecht geschrieben ist.

Bruck an der Leitha - Anfang Oktober 2006

Das Rennen dort, auf der A1 Speedworld bei Bruck an der Leitha, erwies sich als schwierig. Für unser Team traten an: Florian und David, beide aus Salzburg in der Klasse Bambini. Anton aus Salzburg und Mario aus Wien in der Klasse Rotax Junior. Erstmals hatten wir einige Schwierigkeiten mit den Chassis bei den Bambinis, aber David und Florian spielten ihre ganze Erfahrung aus. Bei unseren Junioren gab es mit den Einstellungen keine Probleme und Mario hatte zumindest im zweiten Rennen das Siegespodest im Visier. Leider fuhren die anderen Piloten sehr aggressiv und so mußte Anton nach einem sehr guten 1. Rennen im zweiten mit einem verheerenden Schaden nach einem Crash ausscheiden. Ein Fahrer von einem anderen Team wurde daraufhin mit einer Zeitstrafe belegt, was nach Meinung vieler Anwesender aber zuwenig war. Die Leitung des Rennens erschien teilweise etwas überfordert und wußte anscheinend nicht mehr genau, was sie tun sollte.

Mit dabei auch Martin, Christian hatte den Kontakt zu ihm über ein Inserat im Internet hergestellt. Er arbeitete fleißig mit und zeigte sich recht geschickt beim Auf- und Abbauen des Zeltes. Auch war er sehr interessiert am Motorsport. Selbst nach dem Ausräumen der Ladung im Büro in Wien redete er noch lange mit Christian und machte Vorschläge für einen neuen, rollenden Kasten, in dem die Zeltstangen verpackt und transportiert werden sollten. Dafür zeichnete er sogar noch eine kleine Skizze. Seltsamerweise riß dann der Kontakt nach dem Wochenende wieder ab. Er hob sein Handy nicht ab, und meldete sich auch sonst nicht mehr. Wir stellten jede Menge Vermutungen an, woran das liegen könnte, es blieb jedoch bei unseren Vermutungen.

Als Christian vom Einkaufen zurückkam, erwies sich das Einparken als schwierig. Neben dem Zelt war kaum noch Platz, überall standen Zelte und Wagen von anderen Teilnehmern. Er schätzte den Abstand vom Wagen zum Zelt nicht richtig ein und streifte eine Zeltstange beim Einbiegen. Selbst als er sah, daß er die Zeltstange streifte, gab er kurzentschlossen Gas und parkte ein. Leider wurde dadurch eine Zeltstange des neuen Zeltes gleich beim ersten Einsatz verbogen.

Am Sonntag nach dem Rennen setzten wir gleich einen Trainingstag mit unseren Bambinis an, daß wir erfolgreich abschließen konnten. Ich knipste wieder fleißig David und Florian. Davids Vater gefielen meine Fotos so gut, daß er sie gleich für einen gedruckten Folder über Davids Rennerfolge verwendete.


Kosten:

Kastenwagen: -300€
Treibstoff: -138€

Zwischensumme: -438€
vorherige Gesamtsumme: -838€
neue Gesamtsumme: -1276€


Christian besteht darauf, daß Anton nichts zahlt, da er ja "zur Familie gehört" und Florian nichts, da Walters und seine Familie gerade knapp bei Kasse ist. Auch längere Diskussionen mit ihm haben da nichts gebracht. Selbst wenn die Familien von Anton und Florian gerade knapp bei Kasse sind oder halt "zur Familie gehören", sollten sie vielleicht den halben Preis zahlen oder ein Drittel oder zumindest die Kosten, die sie verursachen. Aber sämtliche Diskussionen auf dem Gebiet mit Christian waren sinnlos, er beharrt auf seinem Standpunkt und läßt sich nichts sagen.
In Bruck hatten wir David und seinen Vater beinahe soweit, daß sie auch nach Ottobiano mitfahren und dafür den Preis von 700€ an das Team zahlen. Als Davids Vater dann erfuhr, daß Anton und Florian nichts zahlen, wollte er nicht der einzige sein, der etwas zahlen muß und fuhr deshalb nicht mit. Alles in allem natürlich durchaus verständlich.

Vor der Fahrt nach Ottobiano fing ich an, meine Fahrkosten zu addieren und kam auf 1276€, was mir einen leichten Stich im Herzen bescherte. Ich meinte zu Christian, daß weitere Ausflüge zumindest kostendeckend sein sollten. Christian flehte mich mit einem „Ich setzte ihm das Messer an die Kehle an“ die Fahrtkosten doch noch zu zahlen. Ich stimmte zu und so fuhren wir nach Ottobiano.



David


Sandra im Gegenlicht


Florian ebenfalls im Gegenlicht


Florian und David


Florian unterwegs


Florian führt


Die Einführungsrunde


Sandra unterwegs

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