zurück zur Übersicht


Ugento - Open Masters - Mitte April 2007

Das zweite Rennen des italienischen Open Masters fand in Ugento im Absatz des italienischen Stiefels statt. Felice hatte Christian angerufen und Ugento abgesagt, Matteo solle stattdessen lieber bei dem Rennen der Rotax Italia in Lonato starten. Stattdessen fragte Patrik Zenka, der dänische Champion, Christian, ob er als Mechaniker für ihn arbeiten will. Also machten wir uns auf den Weg durch halb Europa in den Süden. Die meisten Menschen hätten es wohl nach dem Zahlen von 460€ Reinigungsgebühr beim nächsten mal sein lassen, ein Schild mit dem Namen des Teams mit Klebeband auf den Wagen zu kleben. Nicht so Christian, Er bestand auch bei dieser Fahrt darauf, es wieder aufzukleben. Als er gerade dabei war, es aufzukleben, sagte ich ihm noch: Dafür haben wir letztes mal 460€ gezahlt. Auch dies nützte nichts, er klebte es trotzdem auf.

Auf der italienischen Autobahn hatte ein Sattelschlepper einen Unfall, er streifte die linken Leitschienen, seine Räder auf dieser Seite waren komplett verzogen und verbogen, die Leitschienen niedergedrückt und nur mehr schief stehend. Die halbe Ladung bestehend aus Gummiteilen und –schläuchen lag auf der Autobahn verteilt. Arbeiter der Gesellschaft Autostrade waren damit beschäftigt, alles wegzuräumen, die Fahrbahn war abgesperrt. Hinter dem Unfall stand eine längere Schlange bestehend aus Autos und Kastenwägen. Das Ganze gerade hinter einer schlecht einsehbaren Kurve. Ich saß gerade am Steuer, als wir mit 170 km/h dahinfuhren. Plötzlich, direkt nach der Kurve, die Schlange aus wartenden Autos. Ich sprang auf die Bremse und knapp 10 cm vor dem letzten Auto kam ich zum Stillstand. Mit etwas mehr Pech beziehungsweise weniger Glück hätte ich genauso gut in das stehende Auto hineinfahren können. Uff, noch einmal Glück gehabt.
Neben der südlichen Autobahn blühte die südländische Landschaft in hellen Grün- und Gelbtönen, wie man sie weiter nördlich nicht zu sehen bekommt.

Ugento, eine kleine Stadt, vermutlich aus dem Mittelalter mit ihren kleinen, verwinkelten Straßen und Gässchen wirkt auf Ausländer, die zum ersten mal dort sind, wie ein verwirrendes Labyrinth. Nachdem wir einmal in Ugento im Kreis gefahren waren, fanden wir schließlich unser Ziel: die Kartbahn.

Zuerst montierte Patrik und sein Vater zusammen mit Christian die Teile seines alten Karts auf ein neues Chassis.

Im ersten Head zeigte Patrik sein großes Talent, überholte einen Gegner nach dem anderen und erreichte schließlich den 14. Rang vom 21. Startplatz aus. Im zweiten Head erfolgte ein noch besserer Start aber an Position 5 liegend, wurde er von einem Mitbewerber gerammt und damit abgeschossen. Auch der dritte Head war wieder ein Erfolg, jedoch mussten wir durch den Ausfall im 2. Head, in den Hoffnungslauf. Patrik startete von Position 12 und fuhr auf Rang 8, was leider für die Qualifikation nicht reichte. Für diese wäre der 6. Platz notwendig gewesen. Leider wurde der Rat des Vega Technikers befolgt, zwei neue und zwei gebrauchte Reifen zu verwenden. Im Nachhinein betrachtet, wären vier neue wohl besser gewesen.

Leider gab es während der Heads viele Diskussionen zwischen Patriks Vater und Christian um die richtigen Einstellungen beim Kart. Jeder wollte seine Meinung durchsetzen, keiner von beiden wollte nachgeben. Interessant dabei, daß sie Christian relativ viel Geld für seine Tätigkeit als Mechaniker zahlten, trotzdem wollten sie, besonders Patriks Vater nicht seinem Rat folgen, sondern das Kart nach eigenen Vorstellungen einstellen. Dies hätten man jedoch auch tun können, ohne Christian nach Ugento zu bestellen und ihm dafür viel Geld zu zahlen.

Als ich in Wien den Kastenwagen zurückbrachte, fiel das gleißende Sonnenlicht auf die Seiten des Wagens, die Reste der Klebebänder waren deutlich sichtbar und fielen natürlich auch der Dame von der Autovermietung auf. Diese konnte es gar nicht glauben, daß wir nach der vorhergehenden Strafe das Schild nochmals mit Klebebändern befestigt hatten und hielt mich wohl für etwas sehr dumm. Zum Glück verrechnete sie uns diesmal nur 100€ und nicht gleich 460€.
Wenigstens etwas.

Kosten:
Kastenwagen:
Treibstoff + Maut:
Strafe für Klebebänder:
Patrik zahlte uns:
-387€
-536€
-100€
+1000€

Zwischensumme:
vorherige Gesamtsumme:
neue Gesamtsumme:

-23€
-8327€
-8350€


Es wäre ein geringer Gewinn erreicht worden, durch die Strafe wegen der Klebebänder hatten wir einen geringen Verlust. Christian wollte halt nicht darauf verzichten, ein Schild mit dem Namen des Teams mit Klebeband auf den Wagen zu kleben.


Patrik läßt das Kart ausbalanciert stehen, es kippt erst nach einiger Zeit um


Patriks Vater trifft letzte Vorbereitungen


Patrik unterwegs



Lonato - Rotax Italia/Trofeo di Marca - Ende April 2007

Ich persönlich war dort zwar nicht anwesend. Das Rennen war als Ersatz dafür gedacht, daß Matteo nicht in Ugento angetreten ist. Für das Team war das Rennen ein großer Triumph: Mario erreichte einen ersten und einen zweiten Platz, Matteo hatte zwar im ersten Rennen einen technischen Defekt, konnte aber im zweiten Rennen mit einem Sieg Aufsehen erreichen. Lustig war auch, daß Stefano, der Sohn des PCR Präsidenten Luigi mit dem Team als Gastfahrer fuhr, und nicht etwa mit dem PCR Werksteam. Er konnte den dritten Platz herausholen. Die Zusammenarbeit mit Luigi von PCR, der Firma CRG, von der Motore ausgeliehen wurden und Robert, Marios Vater verlief ausgezeichnet, Matteo übersetzte fleißig zwischen Deutsch, Englisch und Italienisch.


Matteo schrieb folgenden Bericht, klarerweise auf italienisch:

Un fantastico weekend per la .......
che ha avuto un problema tecnico al carburatore, pertanto ha ottenuto il quinto posto. Ma in finale 1 cambia la musica e già al terzo giro Matteo è terzo dietro il compagno di squadra Mario, allora Matteo .............................fatto un’ottima gara nonostante fosse la prima con uno junior. In finale 2 la fortuna non è dalla parte del pilota ufficiale PCR Stefano e neanche da quella del milanese . Al via Stefano sferra un ’ottimo sorpasso nei confronti di Ceccato il quale è in quarta posizione mentre è quinto. Ma già al secondo giro sfodera la grinta e sorpassa Ceccato e il giovanissimo talento Stefano il quale dopo aver fatto un’ottima gara 1 e un buon avvio di gara 2 rompe il mozzo posteriore destro e sarà costretto al ritiro. ..................del motore, ma nonostante questo ottiene un ottimo secondo posto lasciando il gradino più alto a Mario che per tutto il week-end si è dimostrato competitivo e maturo. Tutti i piloti della ................................
.Un grande merito va anche riconosciuto al nostro “Gigi” (boss della nota casa costruttrice PCR, più volte campione del mondo) per l’assistenza telaistica per quando riguarda i sempre più competitivi telai PCR.


Übersetzt heißt das in etwa:

Ein phantastisches Wochenende für das Team, daß am Samstag, den 28. und am Sonntag, den 29 April super Resultate für die Fahrer Matteo, Mario und Stefano brachte. Die Platzierungen in der Qualifikation waren für den Österreicher Mario, der eine ausgezeichnete zweite Zeit fuhr, sehr gut und befriedigend und für den Piacentiner Stefano, der es in der Qualifikation auf den dritten Platz schaffte. Es lief jedoch nicht so gut für den Nummer 1 Fahrer des Teams, Matteo, der ein technisches Problem mit dem Vergaser hatte, und deshalb nur den fünften Platz erreichte. Aber im 1. Finale änderte sich die Musik und Matteo ist schon bald auf dem dritten Rang, hinter dem Teamkollegen Mario. In der dritten Runde startet Matteo einen Angriff und überholt Mario und liegt vor ihm bis zur zehnten Runde, dann kommt es zu einem spannendem Duell mit ihm. Durch den Zweikampf verliert Matteo einen Seitenteil seines Karts, und er muß auf Anweisung der sportlichen Kommissare den Wettkampf beenden. Dabei hatte Matteo gerade auf Zarantonello David aufgeholt, der gerade das Rennen anführte. Stefano erreicht dann den dritten Platz auf dem Podest, nachdem er sich einen sehr guten Wettkampf mit einem anderen Junior geliefert hatte. Im 2. Finale ist das Glück nicht auf der Seite des PCR Fahrers Stefano und auch nicht auf der vom Mailänder Matteo. Stefano schaffte auf der Rennstrecke ein gelungenes Überholmanöver gegen Ceccato, der in vierter Position ist, während er fünfter ist. Aber er holt schon in der zweiten Runde den Kampfgeist hervor und überholt Ceccato und das ganz junge Talent Stefano, dem, nachdem er ein optimales Rennen 1 gefahren hatte und einen guten Start beim zweiten Rennen hatte, die rechte hintere Radnabe bricht und dadurch gezwungen ist, aufzugeben. Aber das Pech hat noch nicht aufgehört, mit den Piloten des ausgezeichneten Teamchefs, Christian, abzurechnen, so dass im zweiten Finale die Batterie kaputtgeht, wodurch der Motor nicht mehr einwandfrei funktioniert, aber trotzdem erhält er einen optimalen zweiten Platz, während er die höhere Stufe des Podests Mario überlassen muss, der sich das ganze Wochenende konkurrenzfähig und reif gezeigt hat.

Alle Fahrer des Teams danken Christian für seine Verfügbarkeit, Einsatzfreude und Begeisterung, mit der er das Vertrauen in die eigenen Fahrern auch nach großen Enttäuschungen nicht verliert. Ein großer Verdienst ist auch unserem "Gigi", (Boss des bekannten Hauses PCR, mehrmals Weltmeister) für seine Hilfe anzuerkennen. Für die Herstellung der immer konkurrenzfähigen PCR Karts.

Langsam schien auch Christian zu begreifen, daß die finanzielle Situation des Teams katastrophal ist, und da es mittlerweile auch wieder etwas wärmer war, war auch er einem Trainingstag nicht abgeneigt. Christians geplante Lösung des finanziellen Problems war es, ein Training mit der hohen Gebühr von 1000€ pro Teilnehmer durchzuführen. Er ging davon aus, das Team könne mit dieser hohen Trainingsgebühr möglichst schnell möglichst viel Geld verdienen. Dies war jedoch vielen Interessenten wiederum zu teuer, was meiner Meinung nach durchaus vorhersehbar war.

Sinnvoll wäre wohl eher ein Training mit mehreren Teilnehmern, wobei jeder ca 350€ zahlt. Vielleicht hätten sich beim Testen mit PCR Material auch gleich einige gefunden, die uns vielleicht auch ein Kart abkaufen. Immerhin ist Christian ja offizieller Generalimporteur von PCR für Österreich.

Christian versuchte auch, Sponsoren für das Team zu gewinnen, um etwas Geld zu bekommen. Das ist natürlich auch eher leichter gesagt als getan. Einmal besuchte ihn ein Mitarbeiter von einer Sponsoringfirma, der war aber nur kurz bei ihm im Büro. Christian versicherte mir zwar, das dies gut ausschaue und höchstwahrscheinlich gleich 5000€ an Sponsorgeld eintreffen würden. Ich persönlich war aber eher skeptisch. Bislang kam von dieser Firma kein Geld. Später erzählte mir Christian von einer Firma, die an Sponsoring für das Team interessiert sei. Mittlerweile bin ich bei seinen Ankündigungen dieser Art eher skeptisch. Ich persönlich glaube an das Sponsorengeld erst, wenn es auf den Kontoauszügen ersichtlich ist oder wenn zumindest ein schriftlicher Vertrag unterzeichnet wird. Zuletzt erzählt er mir, das sich eine bestimmte Autovermietung für Sponsoring interessiert, da diese Firma auch Rallies finanziell unterstützt. Mittlerweile nehme ich Christians Geschichten dieser Art von vornherein nicht mehr so ganz ernst.
Alles in allem dürfte es schwierig werden, eine Firma zu finden, die ein österreichisches Kartteam bei Rennen in Italien sponsert. Die meisten Österreicher interessieren sich überhaupt nicht für Kartrennen, nicht einmal für welche in Österreich, geschweige denn für welche in Italien. Auch hat ja das Team im Augenblick nicht einmal einen einzigen fixen Fahrer, auch halbwegs konkrete Ergebnisse bei Rennen in Italien sind nicht vorzuweisen.

Unter diesen Umständen dürfte es noch schwieriger werden, einen Sponsor zu finden. Ich denke, selbst mit mehreren fix startenden Piloten und vorherzeigbaren, guten Ergebnissen wäre es immer noch schwierig genug Sponsoren zu finden, die österreichischen Firmen und Werbemanager sind eher sparsam und knausrig und wollen keineswegs ihr Geld verschenken.

Greinbach - Mitte Mai 2007

Einen richtigen Spaß machte mir das Team mittlerweile keinen mehr, ganz im Gegenteil, den halben Tag lang hatte ich bereits Bauchweh, vor allem aufgrund der angehäuften Kosten in der Höhe von 8035€. Mittlerweile war das Ganze so eine Art Dilemma: Entweder aufhören mit einem Verlust in dieser Höhe und einem relativ neuem gekauften Kart, oder weitermachen, weiteres Geld ausgeben in der Hoffnung doch noch zahlende Fahrer zu finden und dieses Jahr noch einen Teil und vielleicht nächstes Jahr das komplette bereits investierte Geld wieder zurückbekommenen.

Nach Greinbach waren die Fahrkosten mit dem PKW ohnehin nicht besonders hoch, und so machten wir uns auf den Weg. Das Wetter wurde auf der Strecke in die Steiermark immer schlechter. Die Rennstrecke dort lag unter einem wolkenverhangenen Himmel und es regnete zeitweise. Das Starterfeld war eher bescheiden, und wenn man die Verhältnisse vom italienischen Open Masters gewohnt ist, war eher wenig los. Wir trafen auf Corinna und ihren Vater. Die Familie zeigt sich sehr interessiert an der Teilnahme bei Kartrennen in Italien. So sprach Christian viel mit Corinnas Vater über die dortigen Rennen. Corinnas Vater fragte Christian auch über Walter und Florian, und warum diese nicht mehr mit unserem Team mitfahren wollten. Auch Florian mit seinem Vater war anwesend. Florian konnte ohne die fahrtechnische Einweisung und Tipps von Christian beim Rennen an seine Erfolge aus dem Vorjahr nicht anknüpfen und ging in der Wertung unter.
Walter redete nur mit mir, er und Christian wechselten den gesamten Tag lang kein einziges Wort, gerade am Abend, als wir wieder heimfuhren grüßte Walter Christian.

Wir, vor allem Christian redete auch viel mit Roman, einem Schalterkartfahrer, der sich auch sehr für die italienischen Rennen interessierte. Christian bestand auch gleich darauf, daß ich aus dem Hinterhalt einige Fotos von Roman aufnahm, die er dann gleich auf die Homepage des Teams stellte. Roman erreichte mit seinem Schalterkart in der Klasse KZ 2 übrigens den dritten Platz in Greinbach.

So ergab sich doch noch ein gewisser Hoffnungsschimmer am Horizont sowohl für das Team und meine Finanzen. Corinna, ihre Eltern und Roman waren sehr interessiert.


Kosten:
Auto:
Treibstoff:
-44€
-25€

Zwischensumme:
vorherige Gesamtsumme:
neue Gesamtsumme:

-69€
-8350€
-8419€

zurück zur Übersicht nach oben weiterlesen auf Seite 9