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Wieder in Wien angekommen, kamen wir darauf, daß Christian in Greinbach in der Hitze des Gefechts darauf vergessen hatte, mit Roman die Telefonnummer auszutauschen. Er wußte nur, daß er in Niederösterreich wohnte. Wir kannten zwar die Adresse seiner Homepage, leider stand dort auch nicht seine Telefonnummer darauf. Im Telefonbuch im Internet fanden sich leider gleich relativ viele Einträge mit Romans Nachnamen und so wußte ich für das erste nicht, welcher der richtige ist. Nach einigem Herumtelefonieren und Durchprobieren fand ich schließlich die richtige Nummer heraus. Wir, vor allem Christian telefonierten viel mit Roman und besprachen seinen Start bei den Open Masters in Lonato.

Jesolo - Open Masters - Mitte Mai 2007

Ein Fahrer wollte auf Matteos jetzt frei gewordenem Startplatz starten, den das Team innehatte und uns, soweit ich mich erinnere, dafür 500€ zahlen. Als wir in Jesolo angekommen waren, wollte er doch nicht mehr mit unserem Team fahren. Dies ergab eine längere angeheizte Diskussion mit diesem Herrn, die unterschiedlichen Sprachen, er konnte nur Italienisch, machte die Sache auch nicht gerade leichter. Nun standen wir in Jesolo und schauten dumm drein. Unerwartet kam dann Nicola, der mit uns fahren wollte, da er noch keinen Startplatz hatte. Sein Vater meldete zwar seinen Sohn zum Rennen an und zahlte die 600€ Startgebühr ein, Nicola durfte trotzdem nicht starten, da die zulässige Höchstzahl der Fahrer bereits erreicht war. Sein Vater hüpfte, weil er, obwohl sein Sohn nicht starten konnte, die hohe Startgebühr von der FIK nicht mehr zurückbekam. Wenigstens konnte er noch auf Matteos Platz antreten. Dafür zahlte er uns 250€.
Nicola schlug sich tapfer, leider war seine Batterie schlecht montiert, sodaß er sie beim Rennen verlor. Nach einem Crash war auch noch sein Chassis leicht verzogen, und er kam nicht ins Finale.

Christian redete auch fleißig mit Antonio, Chef von Renda Motorsport. Seine Frau fütterte uns fleißig mit italienischem Käse und Mozzarella durch.

Da wir nur mit dem PKW angereist waren und kein Zelt mithatten, übernachteten wir im Drei-Sterne Hotel Diana. Wenigstens bekamen wir den Kaffee vor 8 Uhr. Richtig toll im Vergleich zu anderen Hotels mit 4 Sternen in der Nähe von Sarno, in denen es vor 8 Uhr gar kein Frühstück gab, auch keinen Kaffee.
Am Abend im Badezimmer wollte ich mir etwas Schmutz von den Zehen entfernen, indem ich mein linkes Bein in die Waschmuschel stellte. Kurz darauf rutschte ich, nur mehr auf dem rechten stehend aus, und fiel auf den Boden. Dabei rammte mein linker Fuß in den Wasserhahn, und ich hatte auf ihm eine kleine Schnittwunde. Im Laufe des selben Abends spürte ich eher wenig, am nächsten Tag war der linke Fuß stark geschwollen, zwei Tage später das komplette linke Bein, sodaß ich kaum noch gehen konnte. Das kleinste Abbiegen des Knies beziehungsweise leichtes Berühren des Ober- und Unterschenkels verursachten starke Schmerzen. Am Tag danach entdeckte ich im Waschbecken einen kleinen Sprung, dachte mir allerdings in der morgendlichen Hektik nicht besonders viel dabei. Abends erklärte mir die Dame von der Rezeption, daß sie am Vormittag vom Zimmermädchen gerufen wurde, da Wasser aus dem Waschbecken austrat und das komplette Waschbecken ausgetauscht werden mußte. Eine zeitlang befürchtete ich bereits, daß ich für den Austausch des Waschbeckens etwas zahlen mußte. Dem war dann aber nicht so.

Patrik war mit einem eigenen Mechaniker aus Dänemark angereist. Er hatte bei dem Open Masters jede Menge Probleme und reiste bereits vorzeitig verärgert ab.

Aufsehen erreichte Juniorpilot Nicolaj, der ein perfektes Rennen im Hoffnungslauf fuhr und damit für das Finale qualifizieren konnte. Dort gab es dann eine sehenswerte Aufholjagt, was im ersten Finale mit Platz 17 belohnt wurde. Im zweiten Finale sorgte ein Crash, für den jungen Piloten nur für Platz 21. Dabei ist es so eine Art Wunschtraum Christians, daß Nicolaj nächste Saison in seinem Team fährt.

Als wir gerade aus dem Gelände der Pista Azzurra herausfuhren, Christian saß selbst am Steuer, war in Richtung der Stadtmitte von Jesolo ein ziemlich großer Stau, die Autos standen mitten auf der Straße und bewegten sich kaum. Um diesem Stau zu entwischen bog er nach rechts ab und fuhr und fuhr und fuhr geradeaus, in der Hoffnung, früher oder später auf die Autostrada zu kommen. Dies war leider eine Fehlannahme. Wir hatten gerade keinen Plan mit dabei, sondern nur den Ausdruck von der Routenplanungssoftware. So sahen wir nicht, das wir auf einer Halbinsel entlang fuhren. Schließlich standen wir an der Küste beim Meer. In der Ferne sahen wir einige Türme von Venedig. So blieb uns nichts anderes übrig, als wieder auf der selben Strecke zurückzufahren. Zweieinhalb Stunden später fuhren wir wieder an der Pista Azzurra vorbei, im Schritttempo, der Stau war noch immer nicht vorbei. Um Christian als Fahrer abzulösen, brauchten wir nicht extra stehen bleiben, da wir sowieso auf der Straße standen.

Christian war vor allem während der An- und Abreise ziemlich schlecht gelaunt. Bei der Hinfahrt konnte ich mir jede Menge Vorwürfe anhören, da wir in der Nähe von Jesolo über eine kleine Brücke fuhren, bei der man sage und schreibe gleich 50 Cent Maut zahlen mußte. Bei der Rückfahrt auf breiten Straßen konnte ich mir dann anhören, daß dies sicher nicht der kürzeste Weg sei. Auch nervte er mich die gesamte Zeit damit, daß wir jederzeit mit den Kartrennen aufhören könnten. Ich bräuchte es ihm nur zu sagen.


Kosten:
Auto:
Treibstoff:
Hotel:
Nicolas Vater zahlte uns:
-178€
-189€
-150€
+250€

Zwischensumme:
vorherige Gesamtsumme:
neue Gesamtsumme:

-267€
-8419€
-8686€


Statt geplanter 500€ erhielten wir nur 250€, das Minus erhöhte sich auf 8371€.


Alberto im Topkart


Nicola


Nicola im Gegenlicht








Sette Laghi - Rotax Italia / Trofeo di Marca - Ende Mai 2007

Die Kartrennen ansich waren ja recht lustig, ich hatte viele neue und interessante Leute kennengelernt. Zum Teil entwickelte ich bereits eine Art kleine Sucht danach. Die angehäuften Kosten hingegen sind eher phänomenal - katastrophal. Christian meinte, er hätte viel versprechende Gespräche mit möglichen Sponsoren geführt, die sehr interessiert seien. Naja, schwierig zu sagen, ob man ihm das glauben soll oder nicht oder ob tatsächlich Geld durch den Motorsport oder Sponsoren kommt oder nicht. Bei der nächsten Besprechung in seinem Büro hält Christian auch wieder einen theatralischen Vortrag, daß diese Investitionen eben notwendig sind, und das wir hier durch müssen, um zum Erfolg zu kommen. Auf seine Ansprachen dieser Art sage ich dann halt nur ja-ja-ja darauf. Und so ging es ab nach Castelletto di Branduzzo südlich von Milano.

Erstmals ist Reinhard als Mechaniker mit dabei. Auf ihn waren wir durch ein Inserat von der Lehrlingsbörse im Internet gekommen. Er war sehr fleißig, arbeite viel, half beim Aufbauen des Zeltes und war an allem sehr interessiert, vor allem auch an den Motoren. Anton fuhr mit einem halb kaputten Kart, die Hinterachse war leicht verzogen und hatte einen leichten Achter und der Motor lief auch nicht perfekt. Trotzdem schlug er sich wacker und erreichte einen guten Platz im Mittelfeld.

Mario sagte am Vortag des Rennens telefonisch ab, ihm ist der Weg nach Italien zu weit und zu aufwendig, auch will er lieber bei einem Clubrennen in Österreich fahren. Unser Newsletter mit dem Absatz:

Nächstes Rennen Trofeo di Marca in Sette Laghi
Mario hat uns einen Tag vor der Abreise mit der Begründung abgesagt, daß er lieber das Hobbyrennen in Österreich fahren möchte. Damit hat er vermutlich leider auch den Gesamtsieg in dieser Serie aus der Hand gegeben. Wir wünschen Ihm viel Spaß.

konnte Mario dann doch noch umstimmen. Als wir bereits in Italien waren und das Zelt aufstellten, klingelte Christians Handy und Robert, sein Vater fragte uns nach dem Weg nach Castelletto di Branduzzo. Mario wurde leider nur zweiter bei vier Teilnehmern in seiner Klasse und mußte sich Matteo geschlagen geben, der kurz zuvor von seinem Vater aus unseren Team genommen und in ein anderes gesteckt wurde, was natürlich ein klarer Verstoß gegen den schriftlichen Vertrag ist, den Felice unbedingt mit Christian abschließen wollte. Christian überklebte Matteos Namen auf dem Schild der Fahrer des Teams mit Klebeband, sodaß man ihn nicht mehr lesen kann.

Aufgrund seines plötzlichen Ausscheidens aus dem Team wollte weder Christian noch ich mit ihm reden, Matteo versuchte allerdings, ein Gespräch mit uns anzufangen.

Das Wetter wechselte während des Wochenendes zwischen trüben, wolkenverhangenem Himmel mit Regen und klaren, hellem Himmel, wobei die Sonne unbarmherzig vom Firmament herunter brannte. Die italienische Sonne mit ihrer Hitze trieb mir Tränen in meine Augen, am späten Nachmittag sah ich vor lauter Tränen nur mehr die Hälfte, abends hielt ich das rechte Auge meist geschlossen, da es bereits leicht entzündet war. Für das nächste Mal muß ich mir Sonnenbrillen kaufen. Christian zog sich während des Regens sein Paar neue Turnschuhe an, weil diese wasserdicht waren. Bei Schönwetter trug er seine alten ausgelaschten Schuhe mit kleinen Löchern. Mehr als zwei Paar Schuhe konnte er sich ohnehin nicht leisten.

Am Tag nach dem Rennen kam Gherardo, dessen Vater Christian nach Ottobiano wochenlang auf ein Angebot hatte warten lassen auf Besuch um unser relativ neues Kart zu testen. Leider hatten wir mit dem Motor unseres gerade erst gekauften Karts technische Schwierigkeiten. Zuerst sprang er gar nicht an. Reinhard schaffte es nach längerem Tüfteln, ihn doch noch dazu zu bewegen, anzuspringen. Zum Fahren war der Motor allerdings nicht geeignet, er drehte nicht richtig hoch, Gherardo kam von der Testfahrt gleich wieder zurück, und mußte nach kurzer Zeit unverrichteter Dinge wieder mit der Bahn zurück nach hause fahren.

Christian überlegte lange herum, woran es liegen könnte, daß der Motor nicht funktioniert. Entweder es war der Vergaser oder die Elektronik. Den Vergaser hatten wir im Kartshop in Sette Laghi testen lassen, nach Auskunft des Verkäufers funktionierte dieser einwandfrei.

Um dem Fehler auf die Spur zu kommen, fuhren wir auf dem Heimweg von Sette Laghi zu dem Werk von PCR. Dort wurde eine Revision des Motors durchgeführt. Der Hubraum wurde mit einem speziellem Gerät vermessen und der Motor weitgehend zerlegt, gereinigt und anschließend wieder zusammengebaut. Weiters wurde der Kolben ausgetauscht. Hoffnungsvoll nahmen wir den Motor wieder mit nach Wien.

Kosten:
Kastenwagen:
Treibstoff:
Robert zahlte für Mario:
-406€
-397€
+150€

Zwischensumme:
vorherige Gesamtsumme:
neue Gesamtsumme:

-653€
-8686€
-9339€


Der Sieger


Mario versucht, möglichst wenig Luftwiderstand zu bieten


Das Rennen geht los



Anton kämpft


Matteo der Sieger, mittlerweile leider bei einem anderen Team


In Wien
Nach einigen Monaten ohne Kontakt kam von Walter eine SMS, worauf wir ihn anriefen. Ich und Christian plauderten etwas mit ihm. Er war mit seinem jetzigen Team auch nicht gerade besonders zufrieden. Dieser hatte ihm mehr versprochen als gehalten: Bei einigen Rennen war der Teamchef gar nicht anwesend, angeblich wurden Walter auch neue Chassis versprochen, die er dann nicht bekam. Vor allem aber die Einstellung des Chassis und die Einweisung Florians vor dem Fahren klappte überhaupt nicht.

Als Christian in Wien den Motor wieder anstartete, funktionierte er wieder nicht einwandfrei. Nach längerem Herumtüfteln rief er Luigi, den Präsidenten von PCR an, dieser schickte ihm neue Ersatzteile wie eine blaue Box mit der Elektronik des Karts. Christian schraubte zusammen mit Reinhard fleißig am Motor herum. Das Kart wurde in der Werkstatt gestartet, die Abgase mit einem Schlauch ins Freie geleitet. Später schuf Christian ein kleines Loch zum Kamin, durch das man die Abgase ableiten konnte.

Der Kontakt zu Roman war abgebrochen, er hob sein Telefon nicht mehr ab, obwohl ich ihn fleißig anrief. Nach vielen vergeblichen Anrufversuchen erreichte ich um ca 22:00 Roberts Vater. Dieser teilte mir jedoch nur mit, daß er und sein Sohn nichts mit dem Team zu tun haben wollen. Nach wie vor ist mir unklar, wie der plötzliche Stimmungswechsel und die Ablehnung des Teams zustande gekommen ist. Vielleicht aufgrund der hinterrücks aufgenommenen Fotos in Greinbach, das ist jedoch nur eine Vermutung. So startete Roman doch nicht mit uns in Lonato.

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